Psychotraumatologie

Psychotraumatologie ist eine Wissenschaftsdisziplin, die sich mit den Ursachen, dem natürlichen Heilungsverlauf und den therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten traumatischer Folgeerkrankungen befasst.

Körperliche und psychische Traumatisierung wird beschrieben als
1. objektives, plötzliches, kurz oder lang anhaltendes oder wiederkehrendes,
2. existenziell als bedrohlich erlebtes und auswegloses Ereignis außerhalb der menschlichen Erfahrungsnorm, das
3. das subjektive Erleben von absoluter Hilflosigkeit, Ohnmacht, intensiver Furcht und Entsetzen auslöst. (Michaela Huber, Lutz Ulrich Besser)

Peter Levine bezeichnet Trauma als Verletzung unserer Schutzhülle, die die persönlichen Bewältigungsmechanismen übersteigt und zu einem überwältigenden Verzweiflungsgefühl führt.

G. Fischer und P. Riedesser bezeichnen Trauma als Diskrepanzerlebnis zwischen Ereignis und Bewältigungsmöglichkeit, das mit Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt.

Auch durch objektiv harmlos scheinende Situationen können Traumata entstehen, wenn die subjektive Belastbarkeit in diesem Moment überschritten wird. Sie können die unterschiedlichsten Auswirkungen haben und bleiben oft für lange Zeit unerkannt.
Der Begriff Trauma wird heute oft inflationär und ungenau gebraucht, „dramatisch“ oder „belastend“ oft als traumatisch bezeichnet. Belastungen gehören zum Leben, zur Entwicklung; Traumata gehen – wie die Definitionen beschreiben – weit darüber hinaus.