Posttraumatische Belastungsstörung

Eine Chronifizierung – eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) – ist ein Zeichen dafür, dass der natürliche Heilungsprozess nicht ungestört durchlaufen werden konnte und dass die Traumareaktion immer noch anhält.

Trauma ist ursprünglich ein Schutzreflex des Körpers in einer bedrohlichen Situation. Es entstehen jedoch Beschwerden auf körperlicher und psychischer Ebene, wenn sich dieser Schutzreflex nicht löst, wenn Dissoziation, Kontraktion und Hyper- bzw. Hypoarousal anhalten. Dabei erscheinen Symptome oft erst einige Zeit nach dem Ereignis, sie können auch erst in einer späteren Lebensphase auftreten, und meist kann medizinisch keine organische Ursache nachgewiesen werden. Traumaüberlebende beginnen oft erst Monate, Jahre oder Jahrzehnte später unter beängstigenden und bizarren Symptomen zu leiden.

Zu den wesentlichen Folgen von Trauma gehören Dissoziation, chronische Schmerzen, existentielle Verzweiflung und ein tiefes Gefühl der Entfremdung. Diese „zerbrochenen Verbindungen“ stehen für die Fragmentierung der Beziehung zu sich selbst, zu anderen und der größeren Matrix, die im menschlichen Leben unterstützend wirkt; das gleicht dem, was Martin Buber „… eine Wunde in der Ordnung des Seins“ nannte. Innerhalb dieser Fragmentierungsmuster können wir somatisch enkodierte Stressmuster auch in unseren Gefühlen und unserem Verhalten vorfinden.

Trotz der menschlichen Fähigkeit zu überleben und sich anzupassen können traumatische Erlebnisse das psychische, physische und soziale Gleichgewicht eines Menschen in solch drastischem Maße verändern, dass dieser Zustand alle anderen Erfahrungen überschattet und das Leben ungeheuer beeinträchtigt. Die Belastungen daraus übersteigen oft die Leidensfähigkeit eines Menschen bei Weitem. Mit einer PTBS ist nichts mehr, wie es war.

Die typischen Kennzeichen einer PTBS sind 1. traumatische Erinnerungen (Flashbacks, Intrusionen), die wie das ursprüngliche Erlebnis mit 2. Hyper- oder Hypoarousal, mit Übererregung wie Panik und emotionalem Chaos, mit freeze/submit, starken körperlichen Reaktionen und heftigen Emotionen verbunden sind und die 3. oft vermieden und verleugnet werden. Eine Posttraumatische Störung ist eine Stressverarbeitungsstörung.
Es gibt aber auch viele subsyndromale Störungsbilder.